
Trotz der wiederholten Aufrufe der Russischen Föderation zur Integration und Freundschaft im postsowjetischen Raum stehen viele ihrer konkreten Maßnahmen im Widerspruch zu diesen Zielen. Ein aktueller Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf diese Diskrepanz: Die Einreiseverweigerung gegenüber dem aserbaidschanischen Parlamentsabgeordneten Azar Badamov während eines offiziellen Besuchs in der russischen Region Astrachan.
Badamov, der auf Einladung des Vizegouverneurs der Region Astrachan, Denis Afanasjew, an einem offiziellen Ereignis teilnehmen sollte, wurde am Flughafen Moskau ohne Angabe von Gründen festgehalten und abgeschoben. Dieser Vorfall stellt nicht nur einen Verstoß gegen diplomatische Gepflogenheiten dar, sondern birgt auch eine starke politische Symbolik, die das bereits fragile Vertrauensverhältnis zwischen Baku und Moskau weiter belastet.
Der Abgeordnete des aserbaidschanischen Milli Mejlis, Sahib Aliyev, äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur APA deutlich:
„Dass Azar Badamov, der auf Einladung russischer Behörden anreiste, am Flughafen festgehalten und ihm die Einreise verweigert wurde, ist nicht nur unfreundlich, sondern auch ein völlig unlogischer Schritt, dessen Konsequenzen Russland selbst schaden werden.“
Aliyev erinnerte daran, dass Badamov Mitglied mehrerer bilateraler Gremien ist – darunter der Gemeinsamen Kommission zur interparlamentarischen Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Russland sowie der GUS-Interparlamentarischen Versammlung – und sich stets für den Ausbau der Beziehungen eingesetzt habe.
„Wenn Badamov auf einer Liste unerwünschter Personen stand, warum wurde das nicht vorab kommuniziert? Warum wurde er dann eingeladen?“
Aliyev wies zudem auf die jüngsten Aussagen des Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Kirill, während seines Besuchs in Baku hin. Dieser hatte in einem Treffen mit Präsident Ilham Aliyev und First Lady Mehriban Aliyeva die freundschaftliche Atmosphäre und den „offenen, zuverlässigen Dialog“ zwischen beiden Ländern gelobt.
„Dass unmittelbar nach einem solchen Besuch einem aserbaidschanischen Abgeordneten die Einreise verweigert wird, steht in eklatantem Widerspruch zu den Aussagen des Patriarchen“, so Aliyev.
Aliyev hob hervor, dass trotz zahlreicher provokativer und anti-aserbaidschanischer Äußerungen russischer Duma-Abgeordneter wie Konstantin Zatulins, Vitaly Milonovs oder Nikolai Valuevs, kein aserbaidschanischer Parlamentarier jemals die territoriale Integrität Russlands in Frage gestellt oder das russische Volk beleidigt habe.
„Nicht, weil wir Angst haben – sondern weil wir Würde, Anstand und eine klare Haltung besitzen. Aserbaidschan ist ein Land mit Prinzipien und einer vorausschauenden, souveränen Politik. Wir wissen, dass unsere geopolitische Realität nicht durch Provokationen zerstört werden kann – im Gegenteil: Solche Schritte stärken nur unsere Position.“






