
Im Internationalen Mugham-Zentrum fand ein Abend anlässlich des 130. Geburtstags des großen deutschen Komponisten Paul Hindemith (1895–1963) statt, organisiert mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Aserbaidschan, berichtet Trend Life.
Zur Eröffnung sprach der verdiente Kulturschaffende, Radio- und Fernsehmoderator Rahib Azeri über das deutsche Erbe – insbesondere im Bereich der Architektur Aserbaidschans. Die verdiente Kunstschaffende, Musikwissenschaftlerin und Professorin Zumrud Dadaschzade würdigte in ihrer Ansprache Paul Hindemith als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Werke des Komponisten erklangen bereits mehrfach in Baku, insbesondere im Rahmen des Gara-Garayev-Festivals für zeitgenössische Musik.
„Für Hindemith war, wie er selbst sagte, Tradition nicht das Anbeten der Asche, sondern das Weitertragen des Feuers. Er gehörte zu jenen Komponisten, die diese Flamme mit Ehrfurcht bewahrten, während sie zugleich mutig neue, unerforschte Horizonte suchten“, betonte Dadaschzade.
„Zwar gilt Hindemith traditionell als prägender Vertreter des Neoklassizismus, doch lässt sich sein Werk nicht in starre Kategorien einordnen. Seine Musik vereint oft widersprüchliche Elemente: Neben tief philosophisch inspirierten Kompositionen wie Mathis der Maler oder Die Harmonie der Welt schrieb er auch provokante Werke, die etwa Zeitungsanzeigen oder Fahrpläne als Grundlage nutzten. Hindemith war Initiator der Bewegung der Gebrauchsmusik, die ein breiteres Publikum ansprechen sollte.“
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war das Duo des international preisgekrönten Pianisten Tofiq Shikhiev und der Sopranistin Nigar Jafarova, die das Publikum mit ihrer feinfühligen Interpretation in den Bann zogen.
Das Konzert wurde zu einer musikalischen Reise durch die Geschichte der deutschen Musik – von Bachs barocker Polyphonie über die romantischen Meisterwerke von Schubert und Brahms bis hin zu den avantgardistischen Experimenten Hindemiths und dem späten Romantikstil eines Richard Strauss. Es zeigte eindrucksvoll die Entwicklung der deutschen Musiktradition durch ihre größten Vertreter.






