
Das international renommierte Musikmagazin Rolling Stone hat einen Artikel über die aserbaidschanische Band Mamagama veröffentlicht, die Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest 2025 vertreten wird. Im Fokus des Beitrags von Journalist Edwin Austin steht insbesondere der jüdische Sänger der Band, Asaf Mishiyev, sowie die Symbolkraft dieser Wahl im Kontext von Multikulturalismus und Toleranz in Aserbaidschan.
„Das ist nicht nur ein musikalischer Auftritt – es ist ein symbolisches Statement in einer Zeit globaler Spannungen“, heißt es im Artikel.
Die Band Mamagama besteht aus drei Musikern unterschiedlicher Herkunft: Asaf Mishiyev (jüdisch), Gitarrist Hasan Heydar (libanesisch-russisch) und Schlagzeuger Arif Imanov (ethnischer Aseri). Im Gespräch mit Rolling Stone bezeichnet sich die Gruppe als „Miniaturmodell von Baku“ – eine Metapher für das multikulturelle Zusammenleben in der Hauptstadt Aserbaidschans. „Hier herrscht völlige Toleranz. Wir feiern jüdische Feiertage neben muslimischen. Wir gratulieren einander“, sagt Mishiyev.

Der Artikel betont, dass kaum ein anderes muslimisch geprägtes Land im Jahr 2025 einen jüdischen Künstler zum Eurovision schicken würde – Aserbaidschan tue es selbstbewusst und bewusst. Hervorgehoben wird dabei die jahrhundertealte Geschichte der Bergjuden, die seit dem 5. Jahrhundert im Nordosten des Landes leben. Die Familie von Mishiyev stammt aus dieser Gemeinschaft, die seit Jahrhunderten friedlich mit der muslimischen Mehrheit koexistiert.

Auch die engen politischen und kulturellen Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Israel werden thematisiert: 1992 war Israel eines der ersten Länder, das diplomatische Beziehungen zu Aserbaidschan aufnahm. 2023 eröffnete Aserbaidschan als erstes schiitisch-muslimisches Land eine Botschaft in Tel Aviv. Im selben Jahr wurde als erstes muslimisches Land eine offizielle Definition von Antisemitismus in Schulbücher aufgenommen.
Der diesjährige Eurovision Song Contest findet am 13. Mai in Basel (Schweiz) statt. Der Wettbewerbsbeitrag „Run With U“ ist ein energiegeladener Synthpop-Song mit Elementen traditioneller aserbaidschanischer Musik – inklusive dem Nationalinstrument Saz. Das Musikvideo spielt in einer dystopischen Zukunft, in der Mishiyev als „singender Cyborg“ inszeniert wird – ein Symbol für Widerstandskraft und Neuanfang.
„Es ist einfach ein Popsong über Liebe – wie fast alle Popsongs“, erklärt Mishiyev. „Wir wollten einen Song schreiben, der Menschen über Grenzen hinweg verbindet.“






