Aserbaidschan strebt aufrichtig die Normalisierung der Beziehungen zu Armenien und langfristige Sicherheit in der Region an

Südkaukasusvor 10 Monat262 Aufrufe

Wie Trend berichtet, äußerte sich der aserbaidschanische Botschafter im Vereinigten Königreich, Elin Suleymanov, in einem Beitrag für The Telegraph zur aktuellen Lage im Südkaukasus.

Suleymanov bewertete den Friedensprozess zwischen Aserbaidschan und Armenien und unterstrich das konsequente Engagement Bakus für Stabilität in der Region. Gleichzeitig warnte er vor ideologischen Verzerrungen, die von außen auf den Prozess einwirken.

Mit Blick auf die Folgen des Konflikts im Jahr 2020 betonte der Botschafter: „Nachdem Aserbaidschan einen entscheidenden militärischen Vorteil errungen hatte, unterbreiteten wir Armenien ein Friedensangebot – einschließlich der Normalisierung der Beziehungen und der Wiederherstellung von Verkehrs- und Kommunikationsverbindungen.“ Armenien habe diesen Prozess über Jahre verzögert und erst kürzlich den Bedingungen zugestimmt, die Aserbaidschan von Anfang an gefordert hatte.

Suleymanov begrüßte die erzielte Einigung über den Text des Friedensabkommens als wichtigen Meilenstein. Besonders hob er hervor, dass diese Verständigung durch direkte Verhandlungen zwischen beiden Seiten und ohne äußere Einmischung erreicht worden sei. „Die Ineffektivität der Vermittlung durch Dritte wurde exemplarisch durch die OSZE-Minsk-Gruppe demonstriert, die de facto ihre Tätigkeit eingestellt hat“, so Suleymanov.

Gleichzeitig warnte der Botschafter davor, sich auf ein bloßes Dokument zu verlassen. Mit einem Verweis auf das Budapester Memorandum von 1994, das den Krieg in der Ukraine nicht verhindern konnte, erklärte er: „Der Text allein garantiert keinen dauerhaften Frieden.“

Ein zentrales Hindernis für eine echte Normalisierung sieht Suleymanov in der armenischen Verfassung, die „faktisch immer noch Passagen enthält, die die Annexion aserbaidschanischen Territoriums implizieren“. Dies widerspreche den Grundprinzipien der territorialen Integrität und Souveränität, wie sie im Abkommen festgehalten sind. „Einflussreiche politische Kräfte in Armenien, die sich vehement gegen Frieden mit Aserbaidschan aussprechen, berufen sich weiterhin auf diese Verfassung, um ihre territorialen Ansprüche auf unser international anerkanntes Staatsgebiet zu rechtfertigen“, fügte er hinzu.

Trotzdem sehe man auch positive Entwicklungen im gesellschaftlichen Klima Armeniens. So habe selbst Premierminister Nikol Paschinjan anerkannt, dass die Befreiung aserbaidschanischen Territoriums Armenien die Möglichkeit gegeben habe, sich stärker auf die eigene Souveränität zu konzentrieren und außenpolitisch flexibler zu agieren. Suleymanov ergänzte: „Sogar radikale armenische Nationalisten beginnen offenbar zu erkennen, dass eine Politik, die ausschließlich auf ethnischer Zugehörigkeit basiert, eine der Hauptursachen des jahrzehntelangen Konflikts war.“

In seinem Artikel übte Suleymanov zudem Kritik an Teilen der armenischen Diaspora im Ausland sowie an westlichen Politikern, die seiner Meinung nach Ideologie über Fakten stellen. Besonders nannte er den britischen Lord Alton, der regelmäßig Aserbaidschan kritisiere und Persönlichkeiten wie Ruben Vardanjan unterstütze – einen russischen Oligarchen, der die Separatisten in Karabach angeführt habe. Vardanjan sei, so Suleymanov, „illegal aus Moskau in das aserbaidschanische Hoheitsgebiet eingeschleust worden“ und stehe in der Ukraine wegen Unterstützung des Krieges unter Sanktionen.

Am Ende seines Artikels zitierte der Botschafter versöhnliche Worte von Papst Franziskus, der bei seinem Besuch in Aserbaidschan die inklusive Kultur des Landes gelobt und zu wahrem Frieden aufgerufen hatte. Suleymanov schloss mit den Worten: „Ein Frieden ohne doppelte Standards und spaltende Narrative.“ Er rief alle Seiten auf, ideologische Altlasten hinter sich zu lassen und sich auf einen nachhaltigen Versöhnungsprozess zu konzentrieren.

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